
SpVgg Bayreuth (Platz: 20, Note: 4)
In Bayreuth riecht es nach Regionalliga. Ein Geruch, der den Provinzcharme in sich trägt – und bei der SpVgg doch keine wohligen Heimatgefühle hervorruft. Eher schon: Brechreiz. Das liegt natürlich daran, dass Bayreuth der Spielklasse erst im Sommer entflohen ist. Nur folgten 17 Drittliga-Spiele, in denen keine andere Mannschaft weniger Tore erzielte (11) und weniger Punkte (13) sammelte.
Ausblick: Namhafte Neuzugänge wären jetzt schön, doch fehlt in der Altstadt neben Punkten auch das Geld. Trotzdem: völlig hoffnungslos erscheint die Situation nicht. Bayreuth hat zumindest punktuell bewiesen, dass es mithalten kann, etwa beim überraschenden 1:0 gegen die großen Münchner Löwen. Davon braucht es mehr, sonst bewahrheitet sich die Prognose: Abstieg.
SV Meppen (Platz: 19, Note: 5)
Löppt? Löppt nicht. Der Glanz des Erfolges scheint den SVM im Sommer geblendet zu haben. „Welcher Erfolg?“, mag manch verunsicherter Bundesligafan fragen. Na, der zwölfte Platz in der Schlussstabelle der Vorsaison, fernab jeder Abstiegsnot. Mit der Quasi-Meisterschaft im Rücken konnten es sich die Verantwortlichen leisten, Trainer Rico Schmitt vor die Tür zu setzen – kurz nach der Vertragsverlängerung. Es kam Stefan Krämer und eine Sieglos-Serie von 13 Partien am Stück.
Ausblick: Sinnbild für den Zustand des SVM gefällig? Nach der 0:3‑Pleite gegen Osnabrück riet der eigene Trainer einem Teil der Truppe, „sich vielleicht was Anderes zu suchen“. Da sprach die Verzweiflung. Doch nicht ausschließlich. Wenn die Hinrunde eines gezeigt hat, dann das Folgende: Meppen braucht neue Spieler. Die können aber nur ins Emsland gelotst werden, wenn andere vorher zusammenpacken. Es bleibt also spannend. Und beim Abstiegskampf. Und beim bösen Ende.
Erzgebirge Aue (Platz: 18, Note: 5)
Frischer Wind für frische Auftritte. Ungefähr so lautete die Devise, die Aue mit der Verpflichtung des Bayreuther Aufstiegstrainers Timo Rost im Sommer ausgab. War dann aber doch eher ein laues Lüftchen. Nach neun Spielen ohne Sieg wurde Rost entlassen – und der FCE setzte zur Kehrtwende an. Bis zum Winter durfte Carsten Müller ran, dann war die 180-Grad-Drehung geschafft und Pavel Dotchev zu seiner dritten Amtszeit angetreten. Motto: Dotchevs Erfahrung wird es schon richten. Bitte.
Ausblick: Nicht ausgeschlossen, dass Pavel Dotchev tatsächlich die Konstante ist, die das Chaos in Aue vorerst beruhigt. Dazu sollen neue Spieler kommen, am besten aus der 2. Bundesliga. Kilian Jakob vom KSC ist schon da. Für den Klassenerhalt reicht das. Anschließend muss eine Kehrtwende her.
FSV Zwickau (Platz: 17, Note: 4)
In Zwickau läuft dieser Tage ein Märchen von Hans Christian Andersen. Nur rückwärts. In „Das hässliche Entlein“ verwandeln sich die stolzen Zwickauer Schwäne zurück in graubraune Tümpelbewohner. Noch im Sommer hatte sich der kleine FSV in voller Pracht präsentiert: starker zehnter Platz. Es folgte jedoch eine deftige Etatkürzung und das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz.
Ausblick: Der FSV kennt den Drittliga-Abstiegskampf aus dem Effeff und hat noch immer eine weitgehend eingespielte Mannschaft beisammen. Die Ruhe werden Trainer Enochs und Sportdirektor Wachsmuth also bewahren. Letzterer verkündete bei „liga3-online.de“ sogar breitbrüstig, dass dem FSV die bisher gesammelten 16 Punkte nicht mehr zu nehmen seien. Das war er dann wohl: der stolze Schwan in Toni Wachsmuth.
VfB Oldenburg (Platz: 16, Note: 3)
In den späten Achtzigern, zu Oldenburger Zweitligazeiten, begab sich die Konkurrenz bei Auswärtsspielen in die Hölle des Nordens. Von diesem Ruf ist der VfB mit bisher zwei Heimsiegen weit entfernt. Doch darum geht es auch nicht. Oldenburg ist nach 25 Jahren zurück im Profifußball – und möchte dort bleiben. Ein Punkt aus den vergangenen sieben Spielen ist allerdings zu wenig.
Ausblick: Oldenburg steht punktgleich mit Zwickau über dem Strich und ist damit im Soll. Doch wie Trainer Dario Fossi sagte, ist für den VfB Oldenburg „jedes Spiel ein Limitspiel.“ Und zuletzt lag das Oldenburger Limit doch ein gutes Stück unter dem der Konkurrenz. Abhilfe könnte unter anderem der bundesligaerfahrene Marc Stendera schaffen, der dem Mittelfeld mehr Struktur geben soll. Klappt das nicht, wartet auf den VfB eine ganz persönliche Hölle: die Regionalliga Nord.
Hallescher FC (Platz: 15, Note 4)
Kurz vor Weihnachten lederte der Präsi los: Jens Rauschenbach nahm sich die Personalpolitik seines Klubs vor, schoss in Richtung Trainer André Meyer und Sportchef Ralf Minge. In der „Mitteldeutschen Zeitung“ sagte er: „Wir stehen bei der sportlichen Entwicklung nicht da, wo wir sein wollten.“ Gut, das kommt nicht überraschend, schließlich steht der HFC nur aufgrund der Tordifferenz über dem Strich.
Ausblick: Nachrüsten, nachrüsten, nachrüsten, das wäre es jetzt. Doch wurde der Etat bereits im Sommer komplett verprasst – und der Kader dabei noch verkleinert. Im Winter konnte bis dato nur der vereinslose, frühere Lautern-Verteidiger Alexander Winkler an Land gezogen werden. Ansonsten: wenig Spielraum auf dem Transfermarkt. Genau wie bei der Endplatzierung. Der HFC bleibt unten drin.
Borussia Dortmund II (Platz: 14, Note: 3)
In der vergangenen Saison hielt der BVB lange den Anschluss nach ganz oben. So doll ist es heute nicht mehr. Doch auch für Platz 14 muss sich niemand schämen. Man bedenke, dass Dortmund im Sommer gleich eine ganze Gruppe Spieler an Zweitligisten, Trainer Enrico Maaßen sogar an Bundesligist Augsburg verloren hat.
Ausblick: Achtmal 3. Liga, einmal Bundesliga, zweimal Champions League: Das sind die Statistiken von BVB-Innenverteidiger Antonios Papadopoulos. Einer von vielen Talentierten im wertvollsten Kader der Liga (rund zwölf Millionen). Doch das reichte den BVB-Raffzähnen nicht. Auch Offensivtalent Cyrill Akono läuft künftig für Dortmund statt Verl auf. Mehr als ein Mittelfeldplatz wird es trotz aller Klasse nicht – dafür sorgen die Grätschen der holzbeinigen Gegenspieler.
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